Auf Rally mit dem neuen Bundesvorsitzenden?

Paul Ziemiak ist jemand, den man Überzeugungstäter nennt. Nachdem er der erste Vorsitzende des Jugendparlamentes in seiner sauerländischen Heimat Iserlohn wurde, führte es ihn bald zur Jungen Union. Und dort kämpft er mit viel Herzblut für die gemeinsame Sache. Als die Stadt für rund 30 Millionen Euro unsinnigerweise eine Gesamtschule bauen wollte, nahm er selbst als Privatperson das Klemmbrett in die Hand und sammelte im Rahmen eines Bürgerbegehrens gegen die Entscheidung des Rates tausende Stimmen. Ergebnis: Das Bürgerbegehren war erfolgreich, die Gesamtschule wurde nicht gebaut und kein Gymnasium musste geschlossen werden. Er war Schulsprecher, ist im Schützenverein aktiv und wenn man mit ihm durch seine Heimat läuft, dann begegnen einem alle paar Minuten Menschen, die ihn freundlich grüßen. Eine beachtliche Leistung: Iserlohn hat immerhin rund 100.000 Einwohner.

Wenn es nach einer Menge Landesverbände geht, dann wird sich Paul Ziemiak bald wieder für sehr viele Menschen einsetzen dürfen. Der Westfale wird am 19. September auch mit einer einstimmigen Nominierung des hessischen Landesverbandes im Rücken als JU-Bundesvorsitzender kandidieren, da Amtsinhaber Philipp Mißfelder altersbedingt ausscheiden wird. Wie man den Teamspieler Ziemiak kennt, hat er die Entscheidung nicht alleine im stillen Kämmerlein getroffen. „Im Dezember haben mich die Bezirksvorsitzenden der JUNRW aufgefordert, meine Kandidatur zu erklären. Ich habe mir dann Bedenkzeit über die Feiertage erbeten und diese Frage mit vielen Freunden innerhalb der aktiven JU-Generation besprochen“, blickt er auf den Prozess zurück. „Ich glaube, dass ich etwas mit der JU und für die JU bewegen kann. Deshalb habe ich mich entschieden, mich um dieses Amt zu bewerben.“

Ich glaube, dass ich etwas mit der JU und für die JU bewegen kann.

In Nordrhein-Westfalen überzeugte er durch außergewöhnliche Aktionen. Gemeinsam mit seinem Landesvorstand hat er zum neuen Ausbildungsjahr Betriebe besucht und gleich selbst für 24 Stunden die Einsätze der Berufsfeuerwehr begleitet. Ist er jemand, der den Nervenkitzel sucht? „Irgendwann möchte ich gerne mal an der ‚Allgäu-Orient-Rally‘ teilnehmen. Eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Welt in den Orient. Das ist eine ‚Low Budget Rallye‘, also eine preisgünstige Alternative für alle, die sich keine richtige Rally mit teuren Autos leisten können“, berichtet er. Und schießt gleich hinterher: „Voraussetzung ist daher, dass man mit einem Auto teilnimmt, das älter als zehn Jahre und nicht mehr als 2.500 Euro wert ist. Und das steht bei mir vor der Haustür…“

Paul Ziemiak sagt, wenn es einen altersbedingten personellen Wechsel an der Spitze gebe, müssten zugleich auch programmatisch Akzente gesetzt werden. Neben der generationengerechten Haushalts- und Rentenpolitik sowie den Fragen der Digitalisierung nennt er im Gespräch drei Punkte: „Erstens: Wie erhalten wir angesichts des zunehmenden Leistungsdrucks in einer globalisierten Wirtschaft eine solidarische Gesellschaft? Zweitens: Wie schaffen wir es, als Hochlohn-Land und High-Tech-Nation wettbewerbsfähig zu bleiben? Und drittens: Wie gelingt es uns, unserer zunehmenden internationalen Verantwortung politisch gerecht zu werden, ohne dabei in Gutmenschentum zu verfallen?“

Das alles gehört für ihn jedoch nicht nur in irgendwelchen Gremien debattieren, sondern auch mit den Mitgliedern. Er könne sich eine „neue Online-Plattform für den Austausch der Mitglieder zu bestimmten Themen“ vorstellen, „ähnlich wie es die CDU mit CDUplus bereits umgesetzt hat“. Und spart auch nicht mit Selbstkritik: „Hier ist uns die Mutterpartei voraus.“

Bis der Deutschlandtag im bayrischen Inzell stattfindet, gehen jedoch noch einige Monate ins Land. Solange hat Paul nicht nur Zeit, an seiner Bewerbungsrede zu feilen, sondern auch noch viele Veranstaltungen vor sich, wo er seine Ideen und seine Person bekannt machen möchte. Sein kommunalpolitisches Engagement in Iserlohn sowie der Landesvorsitz in NRW sollen darunter zugleich nicht leiden, deshalb sieht man ihn trotz Werbetour in eigener Sache auch regelmäßig auf seiner Facebook-Seite zum Beispiel bei Besuchen anderer CDU-Vereinigungen oder bei einer ereignisreichen Exkursion mit der nordrhein-westfälischen JU in Israel.

Dieser Beitrag erschien zuerst 2014 im Magazin der Jungen Union Hessen, dem LÖWENMAUL

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