Gestatten, Dorothee Bär!

Wer Dorothee Bär begegnet, lernt eine stets fröhliche Frau kennen. Nicht erst seit ihrem Auftritt bei Stuckrad Barre im September 2013 gehört Bär zu jenen Politikern, die es verstehen, Politik charmant zu machen.

1978 in Bamberg geboren, ist die CSU-Abgeordnete eine echte Fränkin. Ihre Heimat und damit auch die Bodenhaftung sind ihr bedeutend. „Heimat ist das, was mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Nicht nur beruflich, sondern auch menschlich“, erzählt sie. „Deshalb ist mir auch der Kontakt zu den Menschen ‚zu Hause‘ so wichtig, weil mich das davor schützt, in allzu theoretische weltpolitische Gefilden abzudriften.“ Diese Verbundenheit stellt sie auch gerne öffentlich zur Schau: Auf dem Twitter-Projekt „Frankenliebe“ schrieben sie und Menschen von außerhalb über ihre Heimatregion.

Fan von Nationalspieler Thomas Müller

Mit dem Medium Twitter lässt sich ein wenig ihr Erfolg erklären: Dorothee Bär hat die Plattform entdeckt, um ihre politischen Projekte zu verkaufen. Mit bald 32.000 Followern gehört Bär zu den erfolgreichsten Nutzern der deutschen Polit-Szene. Bär kam auf Twitter als eine der ersten, mit Vorreitern wie Peter Tauber oder Kristina Schröder. Wer ihr folgt, erfährt nicht nur Neues aus Franken und der CSU, sondern auch über ihren Lieblingsverein, den FC Bayern München, und vor allem über ihren Lieblingsspieler, Thomas Müller. Es ist nicht selten Alltägliches, aber eben das macht Dorothee Bär auf dem Medium Twitter zu einem nahbaren Menschen. Die sonst übliche Distanz zum Bundestagsabgeordneten wird bei Dorothee Bär zur virtuellen Nähe.

Für Dorothee Bär ist das Internet jedoch mehr als Spaß, es ist auch echte Öffentlichkeitsarbeit. Neben Twitter nutzt sie verstärkt Facebook, um über ihre Arbeit als MdB und Parlamentarische Staatssekretärin zu berichten. „Eine Pressemitteilung landet leichter im Papierkorb als ein Tweet“, fasst sie die Möglichkeiten des Mediums pointiert zusammen.

LAN-Party im Deutschen Bundestag

Mitglied der Bundesregierung ist sie seit der letzten Bundestagswahl. Ihre Berufung in ein höheres Amt war absehbar: Zuvor war sie bereits familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vizegeneralsekretärin der CSU. Beides Aufgaben, die sie zur vollsten Zufriedenheit ihres Vorsitzenden Horst Seehofer erledigte. So folgte sie Generalsekretär Dobrindt in das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Wer es nicht ganz gut mit Dobrindt meint, der behauptet, Bär sei dort vor allem auch, um ihm beim Thema Netzpolitik, ein Steckenpferd Bärs, zu helfen. Doch das wäre mehr als eine Zuspitzung: Ihre Hauptaufgaben im Bundesministerium sind die Verkehrssicherheit und die Logistik. Als Beauftragte der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik betreut sie ein Zukunftsthema, mit dem sie sich voller Leidenschaft auseinander setzt. Seitdem sieht man sie via Facebook und Twitter auf Bildern, wie sie Logistikmessen in China besucht oder ausländische Gäste im Verkehrsministerium empfängt. Ihr Regierungsamt nutzt sie zudem, um ihre Herzensthemen nach vorne zu bringen: So durfte kürzlich der Deutsche Computerspielepreis,  den sie seit jeher fördert, das Ministerium für eine Sitzung nutzen und wird noch aktiver durch die Bundesregierung unterstützt. Unvergessen, wie sie 2011 mit zwei FDP-Politikern eine LAN-Party im Bundestag organisierte und so versuchte, ihren Kollegen ein wenig die Angst vor Computerspielen zu nehmen.

Eine politische Familie

2006 heiratete die geborene Dorothee Mantel den nur einen Jahr älteren Oliver Bär, sie lernten sich in der Jungen Union kennen. Seit letztem Jahr ist auch er Berufspolitiker: Die Menschen wählten ihn zum Landrat im Landkreis Hof. Bei drei gemeinsamen Kindern ist es umso beeindruckender, wie es beiden gelingt, Familie und Berufspolitik unter einen Hut zu bekommen. Dies sei, zeigt sich Bär dankbar, aber auch nur möglich, wenn man eine funktionierende Familie habe, die über Mama und Papa hinausgehe. Und sie fügt hinzu: „Inzwischen nehme ich mir aber auch das Recht heraus, meine Kinder zu Veranstaltungen oder Terminen einfach mitzunehmen, was bei einer Mutter nicht so gerne gesehen wird. Bei meinem Mann sind im Gegenzug immer alle aus dem Häuschen…“

Mit gerade einmal 36 Jahren ist Dorothee Bär erst kürzlich der Jungen Union entwachsen. Dort trat sie 1992 ein, bekleidete die unterschiedlichsten Ämter, bis hin zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Auch im RCDS war sie aktiv und führte den Landesverband Bayern in den Jahren 2001 bis 2003 an. „Ein Amt kommt und geht“, sagt Dorothee Bär zwar. Aber wer die bisherige Karriere der gläubigen Katholikin verfolgt hat, der weiß: Das Amt der Parlamentarischen Staatssekretärin dürfte nur eine Zwischenetappe zu höheren Weihen sein.

Dieser Beitrag erschien zuerst 2015 im Magazin der Jungen Union Hessen, dem LÖWENMAUL

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