Auf Zuhör-Tour mit AKK

Ich war anfangs etwas skeptisch: Eine Ministerpräsidentin wechselt ins Konrad-Adenauer-Haus, als Generalsekretärin der CDU? Von der machtvollen Ministerpräsidentenrunde in die Herzkammer der Parteiarbeit?

Nach meiner anfänglichen Skepsis habe ich über die letzten Wochen die klaren Worte von „AKK“ gemocht – AKK, so nennen wir Annegret Kramp-Karrenbauer, die neue CDU-Generalsekretärin. Nachdem es Peter Tauber bereits gelang, der Partei die Digitalisierung beizubringen, ist AKK den nächsten Schritt gegangen und hat ihr zudem wieder Öffentlichkeit verschafft.

Insofern war ich gespannt, was mich bei der Zuhör-Tour erwartet: AKK besucht im ganzen Land verteilt CDU-Mitglieder, um schlicht einfach einmal zuzuhören. Zuzuhören, was den Mitgliedern auf der Seele brennt. Offen ist die Veranstaltung für alle CDU-Mitglieder und Medienvertreter. Ich nahm an der Veranstaltung am 12. Mai in Limburg teil – trotz verlängertem Wochenende, warmen Temperaturen und Sonnenschein kamen rund 100 Besucher in die Stadthalle.

Das Konzept der Zuhör-Tour ist einfach: Nach einer kurzen Begrüßung durch den gastgebenden CDU-Kreisvorsitzenden gibt es eine kleine Einweisung von AKK, was die Mitglieder heute erwartet, bevor eine Moderatorin übernimmt, die als Bindeglied zwischen Wortmeldungen und CDU-Generalsekretärin fungiert. Die Veranstaltung ist in Themengebiete unterteilt – in Limburg waren das die ländliche Räume, Familien, die Innere Sicherheit, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Wirtschaft, worunter auch die Digitalisierung fällt. Die Mitglieder waren vorab aufgerufen, auf kleinen Zetteln ihre Fragen und Wünsche an AKK zu formulieren. Die Zettel werden, unterteilt nach den Themengebieten, auf einer blauen Wand befestigt.

Die Moderatorin nahm sich nach und nach einen Zettel, nannte die Autorin oder den Autor und bat sie, selbst ihr Anliegen vorzutragen. AKK hörte gespannt zu. Und das war meine erste Beobachtung: AKK ist eine gute Zuhörerin. Sie macht sich Notizen, hört interessiert zu – und wenn sie sich gerade keine Notizen macht, schaut sie den CDU-Mitgliedern konzentriert in die Augen.

AKK nahm sich in Limburg Zeit, um schlicht und ergreifend den Mitglieder einfach einmal zuzuhören und Anregungen für den Programmprozess zu sammeln.

Die nächste Überraschung: Jeder Fragesteller wird ernst genommen. Selbst, wenn sie einer Anregung nichts abgewinnen kann, gibt sie doch allen im Raum das Gefühl, dass die Wortmeldung ihre Berechtigung hat. Doch meist sind ihre Antworten positiv und sie spinnt die Anregungen sogar noch weiter: Gerade beim Themengebiet der Inneren Sicherheit positioniert sie sich klar und deutlich und vermittelt so den Eindruck, dass sich unter AKK als CDU-Generalsekretärin viel Mühe gegeben wird, geltendes Recht umzusetzen und Vertrauen zurück zu gewinnen.

Nach gut zwei Stunden war die Veranstaltung wieder vorbei: Kurzweilig, gewiss nicht zu schnell in der Debatte. Für alle Anregungen nahm sich AKK die notwendige Zeit, fragte auch nach, und gegen Ende entwickelte sich sogar eine offene Diskussionsrunde ganz ohne Voranmeldungen per Zettel. „Schwarmintelligenz“, wie es AKK spontan beschrieb. Am Ende war es ein guter Tag zusammen mit AKK, die zugehört hat und sicherlich die eine oder andere Anregung für den Grundsatzprogrammprozess mit zurück nach Berlin nehmen konnte.

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